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Behördenwegweiser

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Pflegekinder

Beschreibung

Im Pflegekinderwesen ist zu unterscheiden zwischen Tagespflege und Vollzeitpflege. Hilfe zur Erziehung im Rahmen der Vollzeitpflege wird auf Antrag des Personensorgeberechtigten vom Jugendamt für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer gewährt.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Fachdienstes für Pflegekinderwesen im Jugendamt liegt in der Auswahl und Qualifizierung von Pflegeeltern. Es soll so weit als möglich sichergestellt werden, dass sie den Bedürfnissen der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen gerecht werden können. Währen der Dauer des Pflegeverhältnisses sollen die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie durch Beratung und Unterstützung so weit verbessert werden, dass die Eltern das Kind bzw. den Jugendlichen wieder selbst erziehen können. Das Jugendamt hat darauf hinzuwirken, dass die Pflegepersonen und die Eltern zum Wohl des jungen Menschen zusammenarbeiten. Dies bedeutet insbesondere auch die Wahrnehmung von Besuchskontakten, die dem Kind einen geschützten Umgang mit seiner Herkunftsfamilie ermöglichen und dadurch identitätsbildend wirken. Wenn eine nachhaltige Verbesserung der Erziehungsbedingungen innerhalb eines im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen vertretbaren Zeitraums nicht erreichbar ist, so soll mit den beteiligten Personen eine andere, dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen förderliche und auf Dauer angelegte Lebensperspektive erarbeitet werden. Es soll im Rahmen der gemeinsamen Fortschreibung des Hilfeplans insbesondere auch geprüft werden, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt.

Lebt ein Kind für längere Zeit in Familienpflege, so sind die Pflegeeltern befugt, in Angelegenheiten des täglichen Lebens zu entscheiden sowie den Inhaber der elterlichen Sorge in solchen Angelegenheiten zu vertreten (§ 1688 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch). So können die Pflegeeltern beispielsweise selbstständig einen Reisepass für das Kind beantragen, wenn die Pflegefamilie ins Ausland verreisen will; sie können das Kind zum Musikunterricht oder in Sportvereinen anmelden und an Elternabenden in der Schule teilnehmen. Von der gesetzlichen Regelung erfasst ist insbesondere auch die notwendige gesundheitliche Versorgung des Kindes bei üblichen Kinderkrankheiten und erforderliche Schutzimpfungen.

Für Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der Hilfe zur Erziehung außerhalb des Elternhauses in einer Familie in Vollzeitpflege untergebracht (Erziehungshilfen für Kinder und Jugendliche) werden, gewährt das Jugendamt auch den notwendigen Lebensunterhalt, wobei die Minderjährigen und ihre Eltern sich entsprechend den Regelungen über Kostenbeiträge nach ihren Möglichkeiten an den Kosten zu beteiligen haben. Der notwendige Lebensunterhalt umfasst bei der Vollzeitpflege den gesamten Lebensunterhalt einschließlich der Kosten der Erziehung. Einmalige Beihilfen können insbesondere zur Erstausstattung einer Pflegestelle, bei wichtigen persönlichen Anlässen (z. B. Taufe, Erstkommunion, Konfirmation) und für Urlaubs- oder Ferienreisen gewährt werden. Auch die Pflegeperson hat einen Anspruch auf Erstattung ihres Sachaufwands einschließlich nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung sowie hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen Alterssicherung.

Der Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V. (www.pfad-bayern.de) ist ein Zusammenschluss von Pflegepersonen. Er berät und unterstützt diese in allen Fragen.

Das Kindergeld für Pflegekinder (Kindergeld) wird nach den gesetzlichen Vorschriften auf die laufenden Leistungen angerechnet.

§§ 27, 33, 38, 39, 44, 91, 93 Sozialgesetzbuch VIII

Jugendämter bei den Landratsämtern und kreisfreien Städten; PFAD FÜR KINDER Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.; PFAD FÜR KINDER Stiftung zur Förderung von Pflege- und Adoptivkindern

www.blja.bayern.de/hilfen/erziehung/vollzeitpflege/index.php

www.pfad-bv.de/index.php

Pflegekinderdienst

Pflegekinderdienst

Kinder brauchen Eltern

Vermitteln Sie als Eltern ihren Kindern Zuwendung, Geborgenheit und Sicherheit, damit sie sich gesund entwickeln können? Nicht alle Eltern können diese Aufgabe allein erfüllen, manche brauchen fremde Hilfe. Eine mögliche Hilfe für Eltern, die die Erziehung ihrer Kinder nicht alleine bewältigen können, ist die zeitlich befristete oder auch dauerhafte Unterbringung in einer Pflegefamilie.

Können Sie sich vorstellen, als Pflegeeltern diese Kinder zu betreuen und sich für sie zu engagieren, die nicht ihre eigenen sind, jedoch mindestens so viel Zuwendung erwarten und brauchen? Und das so lange, bis die leiblichen Eltern diese Hilfe nicht mehr benötigen.

Möchten Sie einem Kind geben, was es braucht, nämlich

  • Zuwendung
  • Geborgenheit
  • Sicherheit
  • Anerkennung
  • Verständnis
  • Hilfe
  • Freiheit
  • Zeit und Interesse

damit es sich zu einem selbstständigen und zufriedenen Menschen entwickeln kann? Pflegekinder erleben häufig außerordentliche Belastungen und werden durch Beziehungsabbrüche verunsichert. Ihr Entwicklungsstand entspricht meist nicht dem eines gleichaltrigen Kindes. Sie benötigen deshalb eine besondere Förderung und Aufmerksamkeit.

Voraussetzungen für Pflegeeltern

  • Zeit für ein Pflegekind
  • Einverständnis aller Familienmitglieder über die Aufnahme eines Kindes
  • Einfühlungsvermögen
  • Geduld
  • Belastbarkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Lebensstilen und Kulturen
  • Offenheit gegenüber den leiblichen Eltern
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie und anderen Institutionen
  • Bereitschaft zur Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen
  • ausreichend Wohnraum
  • stabile familiäre und finanzielle Verhältnisse

Unser Angebot an Pflegeeltern

Wenn Sie Interesse daran haben, ein Kind in Ihrer Familie aufzunehmen, bieten wir Ihnen gerne Folgendes an:

  • unverbindliches Informationsgespräch
  • Unterstützung in der Entscheidungsfindung
  • Vorbereitungsseminar
  • intensive pädagogische Beratung und Begleitung hinsichtlich Erziehung und Entwicklung des Kindes
  • Vermittlung von weiterführenden Hilfen wie Erziehungsberatung oder therapeutischen Angeboten
  • Austauschmöglichkeiten mit anderen Pflegefamilien
  • Koordination von Besuchskontakten und der Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie
  • Fortbildungsmaßnahmen
  • angemessenes Pflegegeld
  • Beiträge zur Altersvorsorge

Weitere Informationen aus dem Behördenwegweiser

Kontakt

Tel.: 0841 305-45711
Fax: 0841 305-45719
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Rechtsgrundlagen

Rechtsbehelf

(fakultatives) Widerspruchsverfahren

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Redaktionell verantwortlich

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)
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