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Unfallzahlen steigen wieder

Konfliktsituationen mit Radverkehr häufen sich

Nachdem sich die polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Ingolstadt in den Jahren 2020 und 2021 pandemiebedingt unterhalb der Grenze von 4.000 befanden, ereigneten sich 2022 mit 4.387 Verkehrsunfällen 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Unfallzahlen liegen jedoch noch deutlich unter den Zahlen von 2019, dem letzten Jahr ohne pandemische Einschränkungen, wo 5.127 Verkehrsunfälle registriert wurden. Leider mussten im vergangenen Jahr auch drei Unfälle mit Todesfolge verzeichnet werden. Bei 734 Unfällen mit Personenschäden wurden 859 Personen verletzt, 114 davon schwer.

Hauptunfallursachen waren nach Angaben von Polizeihauptkommissar Christian Petz, bei der Polizeiinspektion Ingolstadt für den Verkehrsbereich zuständig, zu geringer Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen und Wenden und Fehler beim Rückwärtsfahren, also die klassischen Unfallursachen im innerstädtischen Verkehr. Auch Alkohol spielte trotz verstärkter Alkoholkontrollen durch die Polizei leider immer noch eine große Rolle. Die Zahl der Alkoholunfälle stieg von 71 im Jahr 2021 auf 93 Unfälle an, bei denen 61 Personen verletzt wurden. Fast die Hälfte der alkoholisierten Unfallbeteiligten war mit dem Fahrrad unterwegs.

Deutlicher als die Gesamtunfallzahlen stiegen die Unfallzahlen mit Radfahrenden an. Bei 448 Verkehrsunfällen wurden 280 Personen verletzt. Radunfälle nehmen damit 10,2 Prozent des Gesamtunfallaufkommens ein. Im Vorjahr war diese Zahl mit 7,7 Prozent deutlich niedriger. Nachdem der motorisierte Verkehr nach der Pandemie wieder stark angestiegen ist, kommt es mit Radfahrenden offenbar wieder wesentlich häufiger zu Konfliktsituationen, zudem auch der Radverkehr während der Pandemie wesentlich zugenommen hat.

Nachdem auch 2022 bei den Radunfällen die häufigsten Unfallursachen Alkoholeinfluss und falsche Fahrbahnbenutzung, also sogenannte „Geisterradler“ waren, startet das Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation in Zusammenarbeit mit der Fahrradbeauftragten eine gleichlautende Kampagne, so Ulrich Schäpe, Amtsleiter und gleichzeitig Leiter der örtlichen Unfallkommission. Diese besteht aus Vertreten des Amtes für Verkehrsmanagement und Geoinformation, des Tiefbauamtes und der örtlichen Polizeiinspektion und hat sich 2023 auch mit den unfallauffälligen Stellen im Stadtgebiet zu beschäftigen. Wegen des starken Verkehrsaufkommens sind dies der Audi-Ring und die Marktkaufkreuzung. Neu dazugekommen ist 2022 die Kreuzung Schillerstraße Ecke Regensburger Straße.

Die Verkehrssicherheit erhöhen soll auch die Verkehrskampagne „Sicher, Smart & Fair – zählt für jeden im Straßenverkehr“, in der alle in der Verkehrssicherheitsarbeit tätigen Ingolstädter Behörden zu mehr Rücksichtnahme und gegenseitigem Respekt im Straßenverkehr aufrufen.