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Das Georgianum - ein bedeutendes Baudenkmal

Ein Projekt der INKoBau
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Ein "Spaziergang durch die Zeit - Collegium Georgianum"


Der Bau des Collegium Georgianum ging unmittelbar mit der Gründung der ersten bayrischen Landesuniversität in Ingolstadt einher. Der niederbayrische Herzog Georg der Reiche stiftete das Kollegiengebäude im Jahr 1494. Das mehrstöckige Bauwerk mit seinen später hinzugekommenen Anbauten steht gegenüber der Hohen Schule und wird derzeit unter denkmalrechtlichen Gesichtspunkten von INKoBau saniert.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Kollegiengebäude durch ein Ethikinstitut der Katholischen Universiät Eichstätt-Ingolstadt wieder universitär genutzt. Die ehemalige Kapelle Peter und Paul wird teilweise von ihren Zwischendecken befreit und steht dann als Veranstaltungssaal zur Verfügung. Die großzügige Fasshalle belebt eine Gastronomie und erinnert an die Brauereinutzung und an das Bayerische Reinheitsgebot von 1516.

Pünktlich zum 550-jährigen Gründungsjubiläum der Ersten Bayerischen Landesuniversität, also im Jahr 2022, wird das ehemals herzogliche Georgianum fertig saniert sein.

Ein "Spaziergang durch die Zeit - Collegium Georgianum"

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Deutschlands ältester Karzer entdeckt - 01/2020

Im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung des Georgianums ist in dem historischen Gebäude ein bedeutender Fund gemacht worden: Ein kleiner, über Jahrzehnte unbeachteter Raum ist als so genannter Karzer identifiziert worden. Dabei handelt es sich um eine Arrestzelle der damaligen Universität. Es war bekannt, dass bereits seit Gründung des Georgianums Verbote und Strafandrohungen festgelegt waren, die anscheinend teilweise im nun entdeckten Karzer „abgesessen“ wurden. Im Putz der Wände in den Holzständern finden sich historische Wandnotizen, die allem Anschein nach von den Insassen eingeritzt wurden. Neben Namen sind auch Jahreszahlen (1589, 1754) zu erkennen. Nach dem derzeitigen Stand ist davon auszugehen, dass der im Georgianum entdeckte Karzer der älteste bekannte in Deutschland ist.

Teil des Dokumentenkonzepts

Im weiteren Verlauf sollen nun anhand der Namen exemplarische Lebensläufe der Studenten erforscht und rekonstruiert werden. Dadurch würde ein persönlicher Bezug zur Geschichte entstehen und die Darstellung der Lebenswege könnte ein Highlight im Rahmen des geplanten Dokumentenkonzeptes zur Universitätsgeschichte, dem studentischen Leben und dem Thema Bier werden. Die lange und wechselhafte Geschichte des Georgianums und seiner unterschiedlichen Nutzungen wieder erkenn- und erlebbar zu machen, ist eines der wesentlichen Ziele im Rahmen der Sanierung und Neunutzung. Neben der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die beabsichtigt, dort ein Ethikzentrum einzurichten, ist im Bereich der Fasshalle eine Gastronomie vorgesehen. Die ehemalige Kapelle Peter und Paul wird ein öffentlicher Veranstaltungsort.

Hohe Förderung durch Bund

Auf Anfrage der Stadt Ingolstadt wurde das Georgianum im Herbst 2019 durch das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz als national bedeutsames Baudenkmal eingestuft. Eine bemerkenswerte Auszeichnung, zugleich aber auch wichtige Voraussetzung, damit sich auch der Bund an den Kosten der Sanierung beteiligen kann. Die nächste positive Nachricht kam dann überraschend Mitte November, als der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Fördermittel von bis zu 5,7 Millionen Euro freigegeben hat. Entscheidend hat sich für diese Förderung der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl engagiert. Bei aktuellen Gesamtkosten von rund 17,8 Millionen Euro ist der Zuschuss des Bundes ein wichtiger Grundstein für die Gesamtfinanzierung des Projekts. Die Bemühungen um weitere Fördermittel laufen derzeit.

Baudenkmal nationaler Bedeutung - 09/2019

Das Ingolstädter Georgianum wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als „Baudenkmal mit nationaler Bedeutung“ anerkannt. Zur Begründung schreibt das Landesamt für Denkmalpflege: „Das Collegium Georgianum geht auf eine der bedeutendsten frühen Universitätsgründungen Deutschlands zurück. Die 1494 eingerichtete Stipendienstiftung steht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Gründung der ersten bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt. Der Komplex ist seltenes Zeugnis einer erhaltenen Gesamtanlage von Universitätsbau und zugehörigem Kolleg, der das Bildungsförderwesen seiner Zeit sowie den repräsentativen Anspruch des herrschenden Herzogstums spiegelt. Das Georgianum gehört zu den wenigen Studienbauten Deutschlands, die in dieser gut erhaltenen Form überliefert sind. Es ist ein besonderes bauliches Dokument für das spätmittelalterliche Bildungssystem sowie von herausragender historischer Bedeutung für die stadtgeschichtliche Entwicklung. Das Objekt ist daher national bedeutsam und prägt das kulturelle Erbe der Bundesrepublik Deutschland mit.“

„Die Anerkennung unseres Georgianums als national bedeutsames Baudenkmal durch das Landesamt für Denkmalpflege unterstreicht den wertvollen Charakter des Gebäudes. Besonders freut es mich, dass nach Beendigung der aufwändigen Sanierung des Gebäudes jeder Ingolstädter und Besucher die historischen Spuren selbst erleben wird: Wir haben von Anfang an ein Dokumentenkonzept miteingeplant, das neben der Gebäudeentwicklung auch die Themen Universitätsgeschichte, studentisches Leben und Bier aufgreifen wird“, so Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel.

Das Georgianum wird derzeit saniert und künftig kombiniert genutzt: Als Ethikzentrum der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, mit Gastronomie in der Fasshalle und einem städtischen Veranstaltungsraum in der ehemaligen Kapelle „Peter und Paul“. Geplanter Fertigstellungstermin ist Ende 2021.

Zeitkapsel zum Auftakt der Sanierung - 04/2019

Zum offiziellen Auftakt der Sanierungsarbeiten, und um eine Erinnerung an die jetzige Zeit zu schaffen, brachte Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel am 10. April 2019 eine Zeitkapsel in den Bau des Georgianums ein. Nach den bereits seit 2018 laufenden Voruntersuchungen im Inneren des Gebäudes beginnt damit die Sanierung.

„Wir holen das Georgianum aus dem Dornröschenschlaf“, versprach Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel beim Start der Bürgerbeteiligung, nun ist es soweit. In der Aufwertung der Ingolstädter Historie kommen wir nun ein enormes Stück voran, schließlich stellt das Georgianum – wie kein anderes Gebäude der Stadt Ingolstadt – die Geschichte unserer Heimatstadt über die Jahrhunderte hinweg dar“, so der Oberbürgermeister.

Zugang zum Kellergewölbe entdeckt - 01/2019

Unterhalb der Fasshalle, die noch im Vorjahr für das jährliche Fest des reinen Bieres genutzt wurde, stießen die Handwerker auf eine relativ gut erhaltene Steintreppe.

Dies war insofern überraschend, da der Zugang zu den teilweise drei Meter hohen Kellergewölben woanders vermutet wurde.

Bürgerinformation 07/2018

Der Stadtrat hat Ende 2017 ein Architekturbüro beauftragt, das die Umsetzung einer mehrfachen Nutzung des Hauses plant. Die Vorschläge, die im Rahmen der Bürgerbeteiligung aus der Bürgerschaft kamen, sind Teil der Planungen.

Um die Bevölkerung über den aktuellen Stand zu informieren, hat der Oberbürgermeister die Bürgerinnen und Bürger zu einem „Bürgerspaziergang“ am 22. Juli ins Georgianum eingeladen.

Die Fasshalle soll gastronomisch genutzt werden und in ihr ein „Haus des Reinen Bieres“ entstehen, das die Geschichte des in Ingolstadt erlassenen bayerischen Reinheitsgebotes für Bier und die des Brauereiwesens zeigen wird.
Im Erdgeschoss der Kapelle Peter und Paul entsteht durch einen Teilrückbau der Erdgeschossdecke ein Veranstaltungsraum (mit Empore) für etwa 120 Personen und ebenerdiger Zugangsmöglichkeit zum Hohe-Schul-Platz.
In den sogenannten „Prunkraum“ im 1. Stock des Hauptgebäudes wird das Ethikinstitut der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt einziehen.

Projektfortschritt 2018

Die Architekten-Arbeitsgemeinschaft Feulner Häffner und Milde Möser wurden Ende 2017 mit der Entwurfsplanung beauftragt. Aktuell werden die für die Planung nötigen Befundungen bzw. Untersuchungen der Bausubstanz abgestimmt und anschließend entsprechend beauftragt.

Der Denkmalschutz ist von Beginn an in das Projekt eingebunden, weshalb noch im Februar 2018 ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin stattfindet. Das Raumprogramm wird mit den Hauptnutzern abgestimmt, um die Rahmenbedingungen für die Planung frühzeitig festzulegen. Die Entwurfsplanung soll im 3. Quartal 2018 den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Viele Schritte sind notwendig... 2017/2018

... um ein Baudenkmal zu sanieren

Voraussetzung

Der Wille, das Bauwerk als Zeitzeuge der Geschichte für die Zunkunft zu erhalten und mit entsprechenden finanziellen Mitteln zu sanieren.

Machbarkeitsstudie

Es wird untersucht, in welchem Umfang, mit welchen Mitteln und in welchem Zeitraum etc. die Sanierung des Denkmals in Bezug auf die künftige Nutzung realisiert werden kann.

Entscheidung

Die Entscheidung zur Realisierung des Projekts wird durch Ausschüsse und Gremien der Stadt Ingolstadt beschlossen.

VgV-Verfahren

Zur Vergabe und Ausrichtung von Wettbewerben ist bei öffentlich rechtlichen Auftraggebern, in diesem Fall die INKoBau, das in der Vrgabeverordnung (VgV) geregelte Verfahren einzuhalten. Sie enthält zum Beispiel allgemeine Bestimmungen undVorschriften zur Kommunikation, Regelungen zum Vergabeverfahren, Bestimmungen für Planungswettbewerbe oder auch besondere Vorschriften für die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen.

Grundlagenermittlung

Die Grundlagenermittlung baut auf die Machbarkeitsstudie auf. Sie entspricht Leistungsphase 1 der Bauplanung, die in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelt ist. Sie beinhaltet neben der Bedarfsplanung auch die Vertiefung von Vorstellungen und konkreten Wünschen des Bauherrn. Der finanzielle sowie zeitliche Rahmen des
Projekts wird erörtert und festgeschrieben. Die Anforderungen des Denkmalschutzes werden betrachtet und mit Hilfe von Ortsbegehungen Standortanalysen durchgeführt.
Das Zusammenfassen, Erläutern und das schriftliche Dokumentieren der Ergebnisse ist zur weiteren Freigabe von Planungsleistungen obligatorisch.

Untersuchungen

Das Bauwerk und evtl. der Baugrund werden beräumt und auf etwaige Schadstoffbelastung untersucht und anschließend entsprechend der Belastungsklasse entsorgt. Baugrund, Mauerwerk, Beton, Metall, Holz und die Fassaden werden einer Bestandsanalyse unterzogen und die Ergebnisse dokumentiert.

Entwurfsskizzen

Die Architekten erstellen Skizzen und Entwurfszeichnungen, um ihre Ideen zu präsentieren. Grundrisse, Ansichten, Schnitte und verschiedene Perspektiven dienen als Diskussionsgrundlage. Die Bemaßung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.

Bürgerbeteiligung zum Nutzungskonzept 2013 - 2016

Im März 2013 hat der Stadtrat beschlossen, die unterschiedlichen Ideen zur künftigen Nutzung des Georgianums in einem für alle interessierten Bürger offenen, transparenten Prozess zu sammeln, zu prüfen und zu diskutieren. Ziel des mehrstufigen Prozesses ist die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes als Empfehlung für den Stadtrat. Fachlich begleitet wird das Beteiligungsverfahren vom Büro Greiner aus Hilpoltstein, das sich bereits 2005 im Auftrag der Stadt Ingolstadt mit dem Georgianum und möglichen Sanierungskonzepten auseinandergesetzt hat sowie dem Schäuble Institut, das die Moderation übernehmen wird.

Erste Veranstaltung zu neuem Nutzungskonzept Georgianum

Rund 100 Interessierte trafen sich am 15. Mai 2013, um sich Gedanken über eine künftige Nutzung zu machen. Nach einer Führung durch das Georgianum wurden zunächst ausführliche Informationen zu Baugeschichte und Bedeutung des Objekts gegeben, bevor etliche Bürgerinnen und Bürger konkrete Ideen vorgetragen haben. 


Die zweite Bürgerveranstaltung am 3. Juli 2013

stand unter dem Oberthema „Vertiefungsdialog“. Das Büro Greiner hat zu diesem Termin eine räumliche Umsetzung der bei der Auftaktveranstaltung gemachten Vorschläge erarbeitet und vorgestellt. Die einzelnen Konzepte wurden dann diskutiert und bewertet.


Sommer 2016: Dritte öffentliche Bürgerbeteiligung

Die zukünftige Nutzung und denkmalgerechte Sanierung des Georgianums ist eines der bedeutendsten Projekte der Stadt Ingolstadt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich in den bereits erfolgten zwei öffentlichen Veranstaltungen mit der Bedeutung des Gebäudes auseinandergesetzt und Vorschläge für Nutzungen eingebracht. Bevor der Stadtrat eine Entscheidung über die zukünftige Nutzung des historisch bedeutsamen Gebäudes trifft, soll die Öffentlichkeit Gelegenheit haben, das im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erarbeitete bauliche Konzept zur Instandsetzung kennenzulernen und zu diskutieren. Vorgestellt wird die Machbarkeitsstudie von den Architekten Feulner und Häffner, Ellingen.

Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel lud erneut die Bürgerinnen und Bürger Ingolstadts ein, den Planungsprozess zur Sanierung des Georgianums aktiv zu begleiten.
Die Veranstaltung fand am 21. Juli in der Volkshochschule statt.


Oktober 2016

Die Machbarkeitsstudie zum baulichen Konzept wurde dem Stadtrat in seiner Oktobersitzung vorgestellt. Einstimmig wurde dem Nutzungskonzept einer universitären Nutzung, einem öffentlichen Veranstaltungsraum in der Kapelle und Gastronomie in der Fasshalle zugestimmt. Es stellt die Grundlage für folgende Planungs- und Finanzierungskonzepte dar.

>> Machbarkeitsstudie
>> Sitzungsvorlage

Geschichtliches zum Georgianum

Herzog Georg der Reiche hat im 15. Jahrhundert das Collegium Georgianum gegründet, ein Priesterseminar, das bis zum Jahr 1800 in Ingolstadt beheimatet war. Heute hat es seinen Sitz in München und ist das zweitälteste katholische Priesterseminar der Welt.

In seiner „Ingolstädter Zeit“ war das Seminar in einem stattlichen dreigeschossigen Bau in unmittelbarer Nähe der Hohen Schule beheimatet. Errichtet von 1494 bis 1496 erhielt es nach seinem Gründer den Namen „Georgianum“ – und behielt ihn auch, als Universität und Priesterseminar längst über Landshut nach München weitergezogen waren.  

1817 zog eine Brauerei in das Georgianum ein, 1921 wurde es zu deren Verwaltungsgebäude umgebaut, von 1972 bis 1999 nutzte eine andere Firma den Komplex. Bereits in den 1980er Jahren erwarb die Stadt Ingolstadt das Gebäude.