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11.03.2020

Veranstaltung abgesagt: Internationaler Tag der Frau - Frauenpfad am 11. März

Frauen zwischen Kunst und Skandal am Internationalen Tag der Frau

Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Barbara Deimel lädt anlässlich des Internationalen Tags der Frau zum 5. Ingolstädter Frauenpfad am 11. März um 16.30 Uhr ein.
Heuer steht dieser unter dem Motto „Geliebt und verachtet. Kunst und Skandal. Das Drama zweier Frauen: Marieluise Fleißer und Hildegard Knef“.
Barbara Deimel erklärt zum Frauentag: „Der Frauentag ist ein wichtiger Termin im Kalender. Viele Veränderungen konnten die Frauen in den letzten Jahrzehnten, im letzten Jahrhundert erreichen. Wir sollten deshalb den Frauentag feiern, ihn aber auch nutzen, um Frauen sichtbar zu machen und uns weiter für die Gleichstellung einsetzen.
Die Veränderungen müssen fortgesetzt werden, z.B. in der Arbeitswelt, bei der Verteilung der Care-Arbeit, bei der Lohngerechtigkeit, bei der politischen Teilhabe und beim Schutz vor Gewalt.“

Ganz traditionell startet der Frauenpfad am Mittwoch, 11. März um 16.30 Uhr auf dem Rathausplatz, führt dann über die „Fleißer-Statue“ zum „Fleißerhaus“, in dem eine Baustellenführung und Einblicke in das Leben von Marieluise Fleißer geboten werden. Danach geht es weiter in den Barocksaal des Stadtmuseums. Dort wird ab 17.30 Uhr die Leiterin des Stadtmuseums auf das Drama der zwei Frauen im Fokus eingehen: Marie Luise Fleißer und Hildegard Knef. Beide Frauen waren in Deutschland anerkannte, herausragende Künstlerinnen und stießen auf große gesellschaftliche Schwierigkeiten in der damaligen Zeit. Die Ingolstädter Schriftstellerin Marieluise Fleißer (1901-1974) wurde mit zahlreichen Literaturpreisen bedacht, aber im heimatlichen Ingolstadt zur unerwünschten Person erklärt. Hildegard Knef (1925-2002) hatte als Schauspielerin, Sängerin und Autorin ebenso zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten. Jedoch umgab sie gleichzeitig der größte Nachkriegsskandal aufgrund des Filmes „Die Sünderin“.
Sie galt in Deutschland viele Jahre als Grenzverletzerin, Kinos wurde wegen ihr verbarrikadiert und Klageverfahren gegen die Filmvorführungen geführt. Victoria Voss vom Stadttheater Ingolstadt zeigt in einem Potpourri aus Gesang und Schauspiel die künstlerische Seite von Hildegard Knef und ihre innere Zerrissenheit aufgrund der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung. Begleitet wird sie am Flügel von Benedikt Streicher, Jazzförderpreisträger der Stadt Ingolstadt. Die Gleichstellungsstelle lädt alle interessierten Bürger/-innen zur kostenlosen Teilnahme am Frauenpfad ein. 

Eine Anmeldung ist per E-Mail an gleichstellungsstelle@ingolstadt.de oder telefonisch unter 0841 305-1166 bis zum 9. März erwünscht.
Ein rollstuhlgerechter Zugang bzw. eine Teilnahme für Rollstuhlfahrer/-innen ist gegeben.