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09.05.2019

Fachtag zum Thema Gewaltschutz

Inklusion trifft Gleichstellung und Integration

Anlässlich der Wochen der Inklusion luden die Gleichstellungsbeauftragte und die Integrationsbeauftragte der Stadt Ingolstadt am 9. Mai zu einem Fachtag zum Thema Gewaltschutz, Gewaltprävention und Schutz vor Diskriminierung ein.

Der Fachtag richtete sich an Menschen mit und ohne Behinderung, an Interessierte und an das Fachpublikum. Die Vorträge wurden größtenteils in Einfacher Sprache gehalten. Einfache Sprache ist für viele Menschen hilfreich, z.B. für Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit weniger guten Deutschkenntnissen oder mit Problemen beim Lesen und Schreiben.

Bürgermeister Sepp Mißlbeck eröffnete den Fachtag und zum Abschluss bestand Gelegenheit zu einem kommunikativen Austausch und einem Imbiss. Für gehörlose Gäste übersetzte eine Gebärdendolmetscherin.

Die Gleichstellungsbeauftragte Barbara Deimel stellte zu dieser Gelegenheit das druckfrische neue Heft „Gewalt ist verboten“ in Einfacher Sprache vor. Das Heft ist mit Unterstützung der Integrationsbeauftragten, der Behindertenbeauftragten, der Polizeiinspektion Oberbayern-Nord, des Vereins Wirbelwind e.V. und des Frauenhauses der Caritas entstanden. Es klärt über Gewaltformen und die Rechte der Betroffenen auf. Darüber hinaus zeigt es Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangebote auf. Es dient somit als Informationsquelle zur Prävention und Intervention.


Ergänzend zu den Vorträgen wurden drei Workshops zum Mitmachen angeboten: „WenDo eine Form der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen“ mit Ina Wölfel. „Sexualität und meine Rechte“ mit Eva Sindram von pro familia e.V. und „Behinderung mit Migrationshintergrund“ mit der Integrationsbeauftragten Ingrid Gumplinger.

Eine Untersuchung der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die in den Jahren 2009 bis 2011 erstellt wurde, belegt, dass Frauen mit Behinderung bislang unzureichend vor Gewalt geschützt und vielfältigen Formen der Diskriminierung und strukturellen Gewalt ausgesetzt sind. Aber auch Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund können eklatant benachteiligt sein. Sprachbarrieren, Informationslücken und Ängste verhindern oftmals den Zugang zu bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten. Eine inklusive Teilhabe an der Gesellschaft wird dann zu einer großen Herausforderung.